Timor-Leste
Ankunft, erste Eindrücke und ein ganz eigenes Gefühl
Timor-Leste ist kein Land, in das man zufällig stolpert. Es gibt nur wenige Wege hinein — und genau das macht es so spannend.
Anreise nach Timor-Leste
Es gibt Direktflüge:
- von Denpasar (Bali) — die einfachste Option
- von Kuala Lumpur (neu)
- von Darwin (nur gelegentlich)
- von Singapur (nur gelegentlich)
Wir entschieden uns bewusst für den Landweg — weil es sich wie ein kleines Abenteuer anfühlte. Unser Startpunkt war Kupang in Indonesien. Von dort nahmen wir einen Bus für eine etwa 12-ständige Fahrt nach Dili.
Kosten: etwa €16 pro Person. Wenn du ein bisschen Abenteuer magst, etwas Unbequemlichkeit aushältst und Geld sparen willst, ist die Landüberquerung eine großartige Wahl.
Dili: andere Preise, andere Währung, andere Geschichte
Sobald man in Dili ankommt, merkt man schnell, dass das Preisniveau anders ist als in Indonesien. Wir suchten eine Weile nach einer bezahlbaren Unterkunft und landeten schließlich im Casa Minha Hostel.
Wir zahlten 20 US-Dollar pro Nacht für ein Doppelzimmer — denn ja, Timor-Leste nutzt den US-Dollar.
Timor-Leste ist außerdem das jüngste Land Asiens. Es wurde erst 2002 unabhängig, und das spürt man im Alltag — in der Infrastruktur und in der Art, wie Menschen auftreten.
Portugiesischer Einfluss und Alltag in Dili
Am Tag nach unserer Ankunft erkundeten wir die Stadt. Portugiesischer Einfluss ist überall sichtbar — in der Architektur, der Sprache und besonders im Essen.
Früh am Morgen fanden wir plötzlich richtig gute Brötchen — etwas, das man in Südostasien nicht unbedingt erwartet.
Fortbewegung: Bemo statt Taxi
Die beste Art, sich in Dili zu bewegen, ist der Bemo. Allein in Dili gibt es 13 verschiedene Linien mit gut erkennbaren Routennummern.
Die wichtigste Regel: Egal wie weit du fährst, es kostet immer ein Viertel Dollar (0,25 $). Zum Aussteigen klopft man einfach eine Münze gegen eine Aluminiumstange im Bus — und der Fahrer hält. Einfach, günstig, effektiv.
Fischer, Blauwale und große Pläne
Schließlich gingen wir zum Hafen. Nach Stunden des Herumfragens trafen wir drei lokale Fischer, die bereit waren, etwas Besonderes mit uns zu versuchen: mit Blauwalen zu schwimmen.
Allein diese Möglichkeit zeigt, wie roh und untouristisch Timor-Leste noch ist. Vieles läuft über persönliche Kontakte, Vertrauen und spontane Absprachen.
Das Krokodil: Mythos und Herz von Timor-Leste
Wir lernten auch etwas Zentrales über die Kultur des Landes: die Bedeutung des Krokodils. Einer bekannten Legende zufolge entstand Timor-Leste aus einem Krokodil, das von Indonesien hierher schwamm und schließlich zu Land wurde.
Krokodile tragen bis heute eine starke spirituelle Bedeutung. So sehr, dass eine Polizeieinheit — das Batalhão de Ordem Pública (BOP) — drei Krokodile als "Haustiere" hält. Besucher können sie sehen, müssen aber als "Eintritt" frisches oder gefrorenes Huhn mitbringen.
Timor-Leste mit dem Roller erkunden
Wenn du mehr Zeit hast, lohnt es sich sehr, Timor-Leste mit dem Roller zu erkunden. Dich erwarten leere, traumhafte Strände, raue und unberührte Natur — und vor allem unglaublich freundliche, offene Menschen.
Es ist kein perfekter Ort — aber ein ehrlicher.