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6. September 2025

Malaria und Dengue-Fieber

Zwei Krankheiten, mit denen wir nicht gerechnet hatten — und warum Papua Respekt verlangt

Krankenhaus-Erfahrung in Papua

Malaria und Dengue-Fieber — zwei der gefürchtetsten Krankheiten in Papua. Und ja: Wir haben uns jeweils mit einer davon angesteckt.

Spaß beiseite: Daran war absolut nichts lustig.

Dengue-Fieber: meine Erfahrung

Bei mir begann es plötzlich mit starken Schüttelfrost-Attacken. Mir war so kalt, dass ich mehrere Decken brauchte — obwohl die Raumtemperatur über 25°C lag.

  • Kompletter Appetitverlust
  • Dauerhafte Erschöpfung
  • Fast den ganzen Tag schlafen

Ich war überzeugt, es müsse Malaria sein. In Kaimana ging ich in ein kleines Krankenhaus, aber der Malaria-Test war negativ. Wir reisten weiter nach Nabire, und obwohl ich weiterhin extrem schwach war, konnte ich mich technisch gesehen noch bewegen.

Nach einigen Tagen bis ungefähr einer Woche besserten sich die Symptome langsam. Was blieb, war:

  • Anhaltender Husten
  • Überhaupt kein Appetit
  • Null Energie
  • Ein Hautausschlag, der bis heute nicht ganz verschwunden ist

Typische Dengue-Symptome sind starke Gelenk- und Gliederschmerzen, heftige Kopfschmerzen, sehr hohes Fieber (bei mir bis zu 40°C) sowie extreme Schmerzen hinter den Augen.

Dengue-Fieber ist keine harmlose Krankheit. Punkt.

Erholungsphase nach Dengue-Fieber

Malaria: Gerrets Erfahrung — und warum es gefährlich war

Was Gerret erlebt hat, ging weit darüber hinaus. Es begann in Raja Ampat mit wiederholtem Erbrechen, komplettem Appetitverlust, ständigem Schlafen und einer gelblichen Verfürbung seines Gesichts.

Zunächst dachten wir, es sei entweder dieselbe Krankheit, die ich hatte, oder eine lebensmittelbedingte Infektion. Nachdem wir nach Sorong zurückgekehrt waren und sich nach zwei Tagen nichts besserte, flogen wir weiter nach Ambon.

Erst dort gingen wir ins Krankenhaus — und das war fast zu spät.

Der Test war positiv auf Malaria tropica, die gefährlichste Form der Malaria. Das Hauptrisiko ist schwere Dehydrierung, da jede Aufnahme von Nahrung oder Flüssigkeit sofort wieder verloren geht.

  • Kritisch niedrige rote Blutkörperchen- und Thrombozytenwerte
  • Starke Gasansammlung im Bauchraum
  • Extreme körperliche Schwäche

Wir blieben fünf Tage im Krankenhaus, bevor er entlassen wurde. Selbst danach war normales Reisen unmöglich. Kleine Anstrengungen — ein kurzer Spaziergang oder eine leichte Steigung — zwangen ihn, sich sofort wieder hinzulegen.

Erholung nach schwerer Malaria

Krankenversicherung und Prävention: unser stärkster Rat

Wir hatten eine internationale Krankenversicherung. Ohne sie hätten wir ernsthafte Probleme gehabt.

Reise niemals nach Papua ohne eine gute internationale Krankenversicherung.

Zur Malaria-Prophylaxe: Ja, sie kann sinnvoll sein — wenn man sie sich leisten kann und über mögliche Nebenwirkungen informiert ist. Wir haben sie aus Zeit- und Kostengründen nicht genommen.

Rückblickend ist das Malaria-Risiko in Papua extrem hoch. Jede einzelne Person, mit der wir vor Ort gesprochen haben, hatte mindestens einmal Malaria — oft mehrfach.

Was wir über Gesundheit in Papua gelernt haben

Papua ist kein typisches Reiseziel. Genau deshalb sollten Gesundheitsrisiken niemals unterschätzt werden.

Mückenschutz: essenziell, aber nicht narrensicher

  • Starkes Insektenspray mit hoher DEET-Konzentration
  • Lange, atmungsaktive Kleidung — besonders abends und nachts
  • Moskitonetz, falls die Unterkunft keines bietet
  • Mückenspiralen oder elektrische Verdampfer
  • Vor dem Schlafen duschen, um anziehende Gerüche zu reduzieren

Trotz allem: 100% Schutz in Papua ist unrealistisch. Du kannst das Risiko reduzieren — aber nicht eliminieren.

Hochrisikogebiete (aus unserer Erfahrung)

  • Abgelegene Dschungelregionen
  • Mangrovengebiete (Asmat-Region, Teile von Kaimana)
  • Orte mit stehendem Wasser
  • Kleine Dörfer mit sehr begrenztem medizinischem Zugang

In Städten wie Jayapura, Sorong oder Timika gibt es grundlegende medizinische Versorgung. In Orten wie Dekai oder Agats kann in einem Notfall jede Stunde zählen.

Wann du sofort ins Krankenhaus solltest

  • Hohes Fieber (ca. 39°C oder höher)
  • Starker Schüttelfrost
  • Anhaltendes Erbrechen
  • Extreme Schwäche oder Verwirrtheit
  • Gelbfürbung von Haut oder Augen
  • Starke Gelenk-, Kopf- oder Augenschmerzen

Nicht warten. Nicht googeln. Ins Krankenhaus.

Unsere abschließenden Gedanken zu Gesundheit und Reisen in Papua

Papua ist wild, wunderschön, intensiv, emotional und einzigartig. Aber es ist kein Ort für Leichtsinn.

Mit Vorbereitung, Respekt und Bewusstsein kann es unglaubliche Erfahrungen bieten. Ohne das kann es sehr schnell gefährlich werden.

Wenn dieser Bericht auch nur einer Person hilft, früher medizinische Hilfe zu suchen oder sich ernster vorzubereiten, dann hat sich das Schreiben gelohnt.

Letzte Reflexion: Papua

Papua fühlt sich oft an, als müsste es ein eigenes Land sein — nicht nur weil viele Einheimische sich das wünschen, sondern wegen seiner kulturellen Vielfalt, Sprachen und völlig anderen Lebensrealitäten.

Es ist weniger entwickelt, weniger komfortabel und deutlich weniger angepasst. Aber auch ehrlicher.

Papua ist nicht für jeden. Aber für alle, die Unsicherheit, Improvisation und radikal andere Lebensweisen annehmen können, ist es ein Ort, der Spuren hinterlässt.